Was muss ich tun, damit die Krankenkasse mein Hörgerät bezahlt? Welchen Anteil trägt die Krankenkasse, an den Kosten für ein Hörgerät? Kann ich mir ein Hörgerät aussuchen oder bestimmt das die Krankenkasse? Schwerhörige Menschen, die sich ein neues Hörgerät kaufen möchten, sehen sich genau diesen Fragen gegenüber. Wir beleuchten das Thema und klären auf. Es lohnt sich bei diesem Thema allemal einen Spezialisten für Hörgeräte Berlin vor Ort aufzusuchen, welcher mit seiner Kompetenz hilft das richtige Modell zu finden

Voraussetzungen für die Kostenübernahme von Krankenkassen

Die Krankenkassen müssen die Kosten für Hörhilfen bezahlen, sobald eine medizinische Notwendigkeit erfüllt ist.

Im Klartext bedeutet dies: Das die Rest-Hörfähigkeit unter 80 Prozent liegen muss.

Wie wird die Schwerhörigkeit festgestellt?

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte führen Hörtests durch. Das sind in der Regel zwei verschiedene Tests:

• Tonaudiogramm
• Sprachaudiogramm.

Ein Audigramm ist ein Hörtest mit anschließender grafischer Darstellung der Hörfähigkeit eines Patienten.

Beim Tonaudiogramm werden einzelne Töne in verschiedenen Frequenzen und Lautstärken vorgespielt. Beim Sprachaudiogramm wird das Verständnis ganzer Sätze in verschiedenen Alltagssituationen geprüft.

Eine Schwerhörigkeit liegt vor, wenn

• der Hörverlust im Bereich der Hauptfrequenzen zwischen 500 und 4000 Hertz liegt.
• ein Lautstärke-Hörverlust von mindestens 30 dB (bei einseitiger Schwerhörigkeit) vorliegt.

Der behandelnde HNO-Arzt stellt daraufhin Rezept aus, das offiziell „Verordnung über die Notwendigkeit einer Hörhilfe“ heißt.

Wie geht es dann mit dem Hörgerätekauf weiter?

Der Arzt bescheinigt nur die medizinische Notwendigkeit einer Hörhilfe. Auswahl und Anpassung eines geeigneten Hörgerätes finden beim Hörakustiker, also einem Händler für Hörgeräte, statt.

Haben Patienten die „Verordnung über die Notwendigkeit einer Hörhilfe“ in der Tasche, ist eine teilweise Kostenübernahme durch die Krankenkassen schon sicher.

Teilweise bedeutet, dass die Kassen nur Kosten in Höhe der Standardmodelle ersetzen. Die meisten Kunden wünschen sich heute aber Hörgeräte, die mehr Komfort und noch bessere Hörerlebnisse ermöglichen.

In der Praxis entscheiden sich viele Kunden für Geräte, bei denen sie selbst noch etwas dazuzahlen müssen.

Es lohnt sich beim Hörakustiker verschiedene Geräte in allen Preisklassen zu testen und zu vergleichen.

Die Abrechnung des Hörgerätes mit der Krankenkasse übernimmt der Hörakustiker.

Welche Hörgeräte bezahlt die Krankenkasse?

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass Krankenkassen nicht die neueste Technik und jedes Extra tragen müssen.
Dennoch müssen auch sogenannte „Kassen-Hörgeräte“ modernen Standards entsprechen:

• moderne Mikrochip-Digitaltechnik
• mindestens 4 Frequenz-Kanäle
• mindestens 3 individuelle Hörprogramme
• Rückkopplungsunterdrückung
• Störschallunterdrückung.

Der Markt bietet Standard-Hörgeräte, die genau diese Kriterien erfüllen, mehr aber auch nicht. Ein solches Hörgerät kann von der Krankenkasse voll getragen werden.

Was kostet eigentlich ein gutes Hörgerät und welchen Anteil trägt die Kasse genau?

Kunden haben die Wahl zwischen über 1.000 Hörgeräte-Modellen. Sie unterscheiden sich in der Größe, dem Design, den Funktionen, Extras, dem Klang und natürlich dem Preis.

Einfache Modelle kosten um die 750 Euro je Gerät. Bei beidseitiger Hörschwäche werden zwei Geräte benötigt.

Die Luxusvarianten im schlanken und fast unsichtbaren Design mit vielen Extras kosten bis zu 2.500 Euro.

Der Kassenanteil an einem Hörgerät liegt derzeit einheitlich bei 784,94 Euro für ein Hörgerät und 1569,88 Euro für zwei Hörgeräte (abzgl. 20 Euro Rezeptgebühr).

Alle sechs Jahre können Patient neue Hörgeräte beantragen.

Die Leistungen der privaten Krankenkasse weichen meistens von den Regelungen der gesetzlichen Krankenkasse ab. Es kommt auf den persönlichen Vertrag an, welche Kosten in welcher Höhe übernommen werden.